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Die Sonderschau  2014

Sonderschau 2014: „Schöne Stufen aus dem Siegenschen“ -

 „Steine“ mit Geschichte  -  Siegerländer Sammlergeschichte(n)    

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Rhodochrositkristalle (“Manganspat”, Foto: N. Stötzel)) von der Grube “Ohliger Zug” bei Niederdreisbach/Siegerland aus der ehemaligen Sammlung des Gewerken Otto Stein/Kirchen (mittl. Bild, Archiv Heimatverein Kirchen), re.: Originaletikett von Otto Stein

Im vergangenen Jahr feierte die „Siegerländer Mineralienbörse“ ihr 40jähriges Bestehen. -  gewiss ein bemerkenswertes Jubiläum in einer schnelllebigen Zeit. Aus kleinen Anfängen heraus - die erste Börse fand 1974 noch in einem zugigen Siegener Parkhaus statt – entwickelte sich eine weit über die Grenzen des Siegerlandes hinaus bekannte Veranstaltung, die nur durch das beständig starke Interesse einer grossen Sammlerszene über Jahrzehnte hinweg bestehen konnte.

Die Liebe zu den unterirdischen Schätzen der Natur beruht dabei gerade im Siegerland auf einer sehr langen Tradition. Der „Stufenschrank“ mit funkelnden Kristallen aus der Tiefe der Siegerländer Berge  in „der guten Stube“ eines Bergmanns- oder auch Gewerkenhauses war in früheren Zeiten obligatorisch und wurde als gehüteter „Familienschatz“ an die nächste Generation weiter vererbt.

„Wer sammelt, macht Geschichte …“
Prächtige Siegerländer Mineralien mit historischen, liebevoll in alter deutscher Schrift oder in Sütterlin geschriebenen Etiketten sind heute Glanzlichter einer jeden Sammlung. Sie sind stumme Zeitzeugen einer untergegangenen Welt und regen zum Nachdenken an. Welche Leute waren es, die das alles gesammelt und erforscht haben? Welche Bergmannshände haben das Stück  nach Millionen von Jahren unversehrt ans Tageslicht geholt, durch welche Hände sind diese Stücke bis zum heutigen Tage gewandert, wer hat sie bewundert? Wenn sie sprechen könnten, könnten sie sicherlich spannende Geschichten erzählen.

Zumindest verraten sie uns aber oftmals ihren ursprünglichen Besitzer. Und damit verbinden sich häufig spannende Biographien und interessante Geschichten. Wie z.B. von Erzherzog Stephan, der sich nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst der K .u. K. Monarchie auf das Schloss Schaumburg an der Lahn zurückgezogen und dort als Privatier eine Sammlung von mehr als 20000 Stücken „angehäuft“ hatte, (darunter zahlreiche Stufen aus Siegerland und Westerwald).  Oder von Otto Stein aus Kirchen, der sich als Erbe eines gewaltigen Vermögens einen Namen als Mäzen und Sammler machte. Er besass seinerzeit die wohl beste Mineraliensammlung mit Siegerländer Mineralien überhaupt. (Steins Vater, Carl Theodor (1819 - 1892), war mit großem Geschick, Weitblick  und Einheirat  in die Eifeler Hüttenbesitzerfamilie Poensgen in kurzer Zeit zum größten Eigentümer und Teilhaber von Gruben und Hütten in vielen Regionen Deutschlands und speziell im rheinischen Siegerland aufgestiegen. Auf Grube „Bindweide“ bei Steinebach, die auch zum Steinschen Grubenbesitz gehörte, hatte sich jedoch im Jahre 1872 einer der größten Unglücksfälle im Siegerländer Bergbau überhaupt ereignet, wodurch 14 Bergleute - darunter mit Bergmeister Johannes Schmidt auch ein naher Verwandter von Theodor Stein -  ihr Leben verloren. Dieses Unglück nahm den Magnaten so mit, dass er seinen gesamten Grubenbesitz an die Firma Krupp verkaufte. Das Essener Unternehmen verfügte damit endlich über die lange angestrebte Siegerländer Erzbasis für seine Hütten im Ruhrgebiet und ließ sich dies einiges kosten. Stein erhielt für seine Gruben die gewaltige Summe von 2,5 Millionen Taler (zum Vergleich: fünf Jahre zuvor konnten die USA für 7,2 Mill Dollar ganz Alaska von Russland kaufen!).

Aus solchen Geschichten wird schliesslich Geschichte. „Wer sammelt, macht Geschichte“ lautete dementsprechend das Motto einer Sonderschau auf den „Münchner Mineralientagen“ im Jahre 1988. „Sammlungen sind mehr als eine x-beliebige Summe von Steinen. Denn hinter jeder Sammlung steckt ein Mensch – und auch das Denken und Handeln einer Zeitepoche. Sie sind direkte Abbildung des Standes der Entdeckungen, der Wissenschaft und der Technik“, war seinerzeit im Messekatalog der „Münchner Mineralientage“ treffend zu lesen.

In der Sonderschau wurden unter dem Motto „Schöne Stufen aus dem Siegenschen“ prächtige Siegerländer Mineralien von bekannten Sammler - Persönlichkeiten sowie bibliophile Klassiker der Siegerländer Bergbau- und mineralogischen Literatur  präsentiert.
Es waren wohl einige tausend Persönlichkeiten, die sich in früheren Zeiten grosse Verdienste um die Erforschung und den Erhalt der weltweit bekannten Siegerländer Mineralien erworben haben,  von denen in der Sonderschau nur einige wenige gewürdigt werden konnten. Eine detaillierte Chronik  mit teils spannenden und unterhaltsamen Biographien ist darüber hinaus im neu erschienenen Buch „Siegerland & Westerwald“ (Bode-Verlag) enthalten.

 

Lepidokrokit-Kugel auf Limonit von der Grube “Louise” bei Niedersteinebach/Ww.. Foto: Jeff Scovil/USA

„Rundes zum runden Geburtstag!“
Wie so vieles  in der Natur streben auch Kristalle die perfekte Form an; einige Minerale bilden durch das harmonische Zusammenwirken vieler Kristallindividuen Aggregate mit einer nahezu perfekten Kugelform. Passend zum „runden Geburtstag“ der Börse wurde in einer weiteren Sonderschau eine internationale Auswahl von Mineralien gezeigt, die in runden kugelförmigen Gebilden auftreten

 

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